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BMW M135  Audi RS3 Honda Civic Type R

Der beste Hot-Hatch 2015 - unser Vergleich Teil 2

2016-01-18 - Robert Baumann     Tags: Hot-hatch, Test, Audi, BMW, Honda, BMW M1, Honda Civic Type R, Audi RS3
Wir fahren mit unserem Vergleich der drei Finalisten um den besten Hot-Hatch 2015 fort. Im zweiten Teil wollen wir uns auf die Fahreigenschaften konzentrieren und werden den Sieger nennen.

Im ersten Teil haben wir unsere Wahl der Top 3 Hot-Hatches begründet und etwas über die Innenräume geschrieben. In diesem Teil möchten wir uns mit der Karosserie und den Fahreigenschafften befassen. Der Charakter der Kabinen ist bei jedem Auto im Einklang mit dem Äußeren. Der Type R ist genau so, wie ihn sich die Fans schneller Honda-Fahrzeuge vorgestellt haben: er ist ein Krieger, der keine Gefangenen nimmt und aus einer einfachen Familie stammt. Doch dank schlaflosen Nächten und harter Arbeit besteht sein Körper nur aus Muskeln. Auf der Straße ist er respekt- und manchmal auch angsteinflößend.
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Auf dem Parkplatz vor der Oper wirst Du wahrscheinlich kein Aufsehen erregen, aber als Type R Besitzer hattest Du eh nicht vor dahin zu gehen. Dafür werden die ganzen Spoiler, Flügel, der Diffusor und die breiteren Kotflügel auf dem Track Day nicht nur alle Blicke auf sich ziehen, sondern tatsächlich von Nutzen sein. Anders wie bei den meisten Vertretern dieses Segments, ist hier jedes Element auf Grund seiner aerodynamischen Funktion wichtig. Hier wurde alles sehr ernst genommen, eben typisch japanisch.
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Wenn es um die Umbauten zum Rennauto geht, platziert sich der Audi irgendwo zwischen Honda und BMW: theoretisch ist er ein einfacher Hatchback, auf den, wenn da nicht der besondere Lack wäre, keiner achten würde. Kenner erkennen aber sofort, womit sie es hier zu tun haben und erkennen an den Leisten, Rahmen, den schwarzen Relingen, den erweiterten Kotflügeln, wo größere 19-Zoll Räder Platz haben, hinter welchen riesige Bremsscheiben mit roten Bremsklötzen liegen. Dazu die hektargroßen Lufteinlässe vorne, und hinten der Diffusor, der von zwei Bazookas umgeben ist, die als Auspuffendrohre dienen. Man kann ihn nicht charakterlos nennen, obwohl man das Basismodell nicht unbedingt als sexy bezeichnen kann.
Im M135i finden wir kaum Zusätze die ihn vom Basismodell unterscheiden. Hier müssen wir sagen, dass dies nur eine weitere Motor-Version ist. In der Rangfolge ist der RS3 über dem S3, der Type R über dem etwas in Vergessenheit geratenem Type S. Der M135i hingegen ist eine Haltestelle vor dem 1 M (falls er überhaupt entsteht). Aus diesem Grund unterscheidet sich das hier montierte Aerodynamikpaket kaum vom "bau deinen eigenen M" Paket, das man (für eine gewaltige Summe) sogar für den trägen 116d bestellen kann. Trotzdem erscheint er nicht schlecht im Vergleich zu seinen zwei Konkurrenten, erst recht, da er erst letztens ein Facelift durchgemacht hat, welches das etwas unglückliche Ansehen der zweiten Generation vom 1-er deutlich verbessert hat.
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Die Karosserie verrät nicht, was für eine gewaltige Kraft in diesem Auto schlummert, das Handling... auch nicht. Offensichtlich liegt es nicht in der Natur des M135i zehntel Sekunden auf der Rennstrecke gut zu machen und lässt noch Platz für einen mächtigeren Nachkommen. Im Vergleich zu seinen Rivalen ist er nur ein "Halbprodukt" - der Lenkung wird stark unter die Arme gegriffen und filtert ab und zu ein bisschen zu viel dessen, was mit den Vorderrädern passiert. Das Chassis erlaubt dafür überraschend große Neigungen.
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Das alles hat aber trotz allem auch seine positiven Seiten: Im Vergleich zum RS3 der ein echtes Nervenbündel auf der Straße ist, oder dem jedes Type R, der jedes Schlagloch in eine Visite beim Chiropraktiker verwandelt, ist der stärkste 1-er nicht so radikal. Vielleicht erfreut in den Augenblicken in denen man bis an die Grenzen geht nicht so sehr, bringt aber die erhoffte Erleichterung die restlichen 99 % der Zeit.
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Der BMW vergibt mehr Fehler als der Honda, wer hätte das gedacht. Das bedeutet keinesfalls, dass der M135i langweilig ist. Das ist gar nicht nur eine stärkere Version des gewöhnlichen 1-ers, sondern ein echter Sportwagen. Sein größter Vorteil im Vergleich zu den anderen bleibt sein Motor. Er ist größer und hat mehr Zylinder als jeder andere Hot-Hatch. Er gibt alles wieder, was die Ära des Downsizing uns weggenommen hat: er hat den tiefsten und muskulärsten Sound, er ist flexibel wie kein anderer bei jedem Tempo und entfaltet am schönsten seine Kraft über den ganzen Drehzahlmesser. Da er den größten Hubraum hat, braucht der Motor N55 nur einen kleinen Turbo. Dadurch arbeitet er gleichmäßig und er hat in einem unglaublichen Fenster von 1250 - 5000 U/min das maximale Drehmoment zur Verfügung.
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Der Ansporn um bis 7000 U/min zu kommen bleibt, denn die maximale Leistung erreicht der 1-er bei 5800 U/min - das ist ein echt schmackhafter und dabei elastischer Motor. Er ist nicht so pompös wie die anderen beiden. Zwar haben Vibrationen des Vierzylinder im Type R, und die Schüsse aus den Endrohren im Audi während der paar Tage, die wir für die Tests hatten, sehr viel Spaß gebracht, doch ich kann mir gut vorstellen, dass auch die nach einem Jahr täglicher Fahrt zur Arbeit, auf die Nerven gehen können.
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Im Audi macht sich der Antrieb keinen Kopf über solche Kleinigkeiten: Er soll der stärkste und effektivste sein (das hat er auch geschafft, als er den A45 AMG vom Thron schmiss). Für die Außenwelt sieht er aus wie eine kleine Ausgabe vom RS6, auch der Fahrer wird ähnliche Erfahrungen wie im Megakombi sammeln.
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Der Sprint von Null auf 100 in 4,3 Sekunden gibt nicht zu 100 % wieder, was im Audi vorgeht: Der Drehzahlmesser arbeitet sich unerbittlich und extrem effizient nach oben und schwächelt auch nicht bei sehr hohen Geschwindigkeiten. Das Verhalten des Fünfzylinder-Motor punktet: Währen der kleine Vierzylinder von Mercedes und auch andere ähnlich aufgebaute Motoren eher flach klingen und nichts anderes als Zahlen liefern, zeigt der Motor aus Ingolstadt seinen Charakter. Die Lenkung ist leider nicht so gut wie der Motor. Ehrlich gesagt sind die RS-Modelle der letzten Jahre nicht in der gleichen Form. Der Vorgänger war eine der schlechteren Entwicklungen der in Neckarsulm stationierten Quattro Sektion.
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Der Fortschritt im neuen RS 3 beginnt schon in der Architektur: Die MQB Plattform ist deutlich leichter (insgesamt ist er 55 kg leichter als der Vorgänger) und härter, was beim RS besonders wichtig ist. Das ist aber nicht unbedingt positiv, denn mit Unebenheiten hat der Audi größere Schwierigkeiten als der BMW, doch das ist Teil einer größeren Idee: Der RS 3 ist teuflisch schnell in fast allen Händen. Setzt dich in den Audi, drück das Gaspedal und benutz das Lenkrad. Die  Haldex-Kupplung, die die Leistung auf alle vier Räder verteilt, das DSG und der elastische Motor erledigen den Rest.
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Und sie werden es auf eine präzise und wirkungsvolle Art und Weise machen, auch wenn die etwas mehr erfahrenen Fahrer den nicht ganz so stark in den Sitz drückenden, aber dafür mehr Spaß bringenden BMW wertschätzen werden. Sogar der xDrive ist spannender als der Quattro-Antrieb im Audi mit seinem quer liegendem Motor. Der M135i mit Heckantrieb ist aber eine Klasse für sich - zumindest für Personen, die das Potenzial dieses Autos ausnutzen können, egal ob es der Spaziergang auf der Grenze des Grips oder auch nach seiner Überschreitung ist.
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Nach einer ganz anderen Philosophie lebt der Honda mit Frontantrieb. Sein kompromissloses Auftreten bereitet den Fahrer schon darauf vor, was passiert wenn man hinter dem Steuer Platz nimmt. Womit können wir aber tatsächlich rechnen? Der in dem hohe Umdrehungen liebenden Motor montierte Turbo hat den Charakter des ganzen Autos komplett verändert. Während der alte Type R seine ganze Kraft nicht mal bei 7500 U/min entfaltete, macht der neue dies schon 1000 Umdrehungen früher und hat schon ab 2500 U/min das doppelte Drehmoment zur Verfügung.
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Das hat die Ingenieure dazu gezwungen eine neue Federung und Lenkung zu entwickeln, besonders auf der Vorderachse. Diese widersteht der Versuchung am Lenkrad zu reißen. Das macht sie dank eines schlauen Systems, welches die Lenkung vom Antrieb auf dem gleichen Prinzip wie das RevoKnuckle unterscheidet. Dieses wurde zum ersten Mal im vorherigen Focus RS eingebaut und später im Astra OPC und Megane RS. Die anderen Elemente schreien förmlich "Bring mich auf die Rennstrecke!". Das Sperrdifferential teilt die Räder auf, die gelochten Brembo-Bremsscheiben haben ganze 350 mm Durchmesser und Continental hat spezielle Reifen, unter dem Namen ContiSportContact 6, nur für dieses Modell hergestellt.
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Hier haben wir es mit einem wilden Auto zu tun, das den Fahrer durch die Kabine schleudert und jedes Betätigen des Gaspedals verursacht Gänsehaut. Doch wenn man die Emotionen etwas unter Kontrolle hat, kann man erkennen, dass der Motor nicht so tapfer ist wie im Vorgänger. Er nutzt lieber sein Drehmoment, welches nach dem riesigen Turboloch kommt. Der ganze Rest macht diesen Patzer wieder gut. Die Federung dämpft brachial alle Ungehorsamkeiten der Karosserie und führt so zur besten Rundenzeit. Auf Zeittest ist der Type R extrem schnell, seine Ergebnisse stellt er so imposant und ernst vor, dass sie sich doppelt so gut anfühlen.
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Auf der einen Seite kauft man genau wegen dieser Art der Zeitvertreibung einen Hot-Hatch, auf der anderen Seite geht eine Menge verloren, wenn man bedenkt, dass er ebenso effektiv ist wie ein Seat Leon Cupra 290, der dazu noch gute 5.000 € billiger ist. Der neue Type R ist phänomenal und seine Fans werden mit Sicherheit begeistert sein, aber das ist zu wenig um unseren Test zu gewinnen.
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Es bleibt also ein Kampf zwischen zwei deutschen Monumenten der Technik. Der M135i ist einen Tick günstiger und raffinierter im Handling. Ich persönlich würde mich genau für ihn entscheiden und das nicht nur wegen seines Antriebs und des Motors, den man in keinem anderem Hatchback bekommt. Doch das wäre eine von den Entscheidungen, wo ich mich für eine Alternative für das Beste entscheide.
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Ein anderer Platz als der Erste wäre ungerecht gegenüber dem RS 3. Klar, er ist nicht den Ideen treu wie der erste Golf GTI oder der Peugeot 205 GTI, die dieses Segment geschaffen haben. Doch ebenso wie neue Top-Limousinen und Superautos nicht vor 30 Jahren in der Entwicklung stehen geblieben sind, so haben auch Hot-Hatches das Recht sich weiter zu entwickeln. Der RS3 verbindet auf verblüffende Art Komfort und Zweckmäßigkeit im Alltag mit atemberaubender und vor allem zugänglicher Leistung. Genau aus diesem Grund haben wir ihn zum Hot-Hatch 2015 gekrönt. Schon dieses Jahr sollen Autos, wie die extreme Version vom Ford Focus oder Renault Megane kommen, um ihm die Stirn zu bieten.
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Technische Daten:
Honda Civic Type R
Hubraum: 1996 cm3
Leistung: 310 PS bei 6500 U/min
Drehmoment: 400 Nm bei 2500-4500 U/min
Getriebe: 6-Gang Schaltgetriebe
Zylinder (Zahl und Lage): 4, Reihe
Außenabmessungen (Länge/Breite/Höhe): 4390/1878/1466 mm
Achsstand: 2594 mm
Eigengewicht: 1360 kg
CO2Emission: 170 g/km
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Leistungsdaten:
0-100 km/h: 5,7 sek.
Vmax: 270 km/h
Verbrauch:
Innerorts: 9,4 l/100 km
Außerorts: 6,1 l/100 km
Kombiniert: 7,3 l/100 km

Technische Daten:
BMW M135i sDrive
Hubraum: 2979 cm3
Leistung: 326 PS bei 5800-6000 U/min
Drehmoment: 450 Nm bei 1300-4500 U/min
Getriebe: 6-Gang Schaltgetriebe
Zylinder (Zahl und Lage): 6, Reihe
Außenabmessungen (Länge/Breite/Höhe): 4324/1765/1430 mm
Achsstand: 2690 mm
Eigengewicht: 1505 kg
CO2Emission: 175 g/km
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Leistungsdaten:
0-100 km/h: 5,1 sek.
Vmax: 250 km/h
Verbrauch:
Innerorts: 10,3 l/100 km
Außerorts: 5,9 l/100 km
Kombiniert: 7,5 l/100 km

Technische Daten:
Audi RS3 Sportback
Hubraum: 2480 cm3
Leistung: 367 PS bei 5550-6800 U/min
Drehmoment: 465 Nm bei 1625-5500 U/min
Getriebe: 7-Gang Automatik
Zylinder (Zahl und Lage): 5, Reihe
Außenabmessungen (Länge/Breite/Höhe): 4343/1800/1411 mm
Achsstand: 2631 mm
Eigengewicht: 1520 kg
CO2Emission: 189 g/km
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Leistungsdaten:
0-100 km/h: 4,3 sek.
Vmax: 280 km/h
Verbrauch:
Innerorts: 11,2 l/100 km
Außerorts: 6,3 l/100 km
Kombiniert: 8,1 l/100 km
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